Kunsttage im „Quincy Köln“

Zwischen dem 17. 10. und 24.10. 2026 bemale ich im Quincy Köln jeweils (außer Sonntag) zwischen 10:00 Uhr und 18.00 Uhr eine Säule. Zu den Arbeiten an dieser Säule im Quincy Köln:

Säule im Quincy, Köln, Tünnes und Schäl
Oben Tünnes und Schäl, darunter Winter im Rheinauhafen

Neben vielen, oft phantastischen Gemälden, habe ich immer wieder in öffentlichen Räumen Decken und Wände bemalt oder Glasfenster gestaltet.
Die Vorbereitungen zu solchen Arbeiten geschehen meist durch Zeichnungen.
Im Laufe der Jahre sind einige interessante Zeichen-Projekte über meine Heimatstadt Köln entstanden. Der damalige Dombaumeister Arnold Wolff gab mir zwischen 1993 und 1997 die Erlaubnis und den Schlüssel überall auf und im Dom zeichnen zu können. Daraus ist ein Buch geworden zu dem er einen sehr kenntnisreichen, schönen Text geschrieben hat.
Ein zweites Projekt über Köln war die Mappe mit Radierungen zu den zwölf romanischen Kirchen. Sie erschien mit einem Vorwort von Franz Josef van der Grinten zum Jahr der romanischen Kirchen 1985.
2021 gab ich einen Kalender mit Aquarellen zu Kölner Brunnen und 2025 schließlich einen Kalender mit Zeichnungen, wieder zu den zwölf romanischen Kirchen heraus. Gewidmet war er meinem 2016 verstorbenen Vater, dem Bildhauer Elmar Hillebrand zu seinem hundertsten Geburtstag. Er ist immer wieder mit Kollegen, Freunden, Kindern und Enkeln nach Italien gefahren um dort zu wandern und zu zeichnen.
Er hat einige schöne Plastiken für Köln geschaffen. So die Figur des Josef Kardinal Frings am Ratsturm. Als ich gefragt wurde ob mich dieses Projekt bei Quincy interessieren würde, dachte ich zuerst einmal darüber nach und zeichnete verschiedene Vorschläge. Aus denen und den Ideen von Quincy und dp.kom entwickelte sich schließlich konkret der Vorschlag, eine Woche lang eine selbst gebaute Litfaßsäule zu bemalen. Allerdings dauerten die Vorarbeiten und die Recherchen für diese Bemalung ein Vielfaches der Zeit die ich dann im Quincy vor Ort arbeite. Es ist wie bei einem Eisberg, eigentlich sieht man nur seine Spitze.
Die kleine Säule baute ich selber, bei der großen Säule war maßgeblich ein Bootsbauer beteiligt, der perfekte Arbeit abgeliefert hat.

Konstruktion der Säule
Eine Hälfte der Säule, teilweise mit Sperrholz beplankt.

Nachdem ich zuerst im Sommer an langen sonnigen Abenden meiner Fantasie freien Lauf ließ um mir Themen auszudenken, festigte sich die Idee, verschiedene Stadien der Entwicklung der Stadt Köln fantasievoll aufzuzeigen. Der Vorschlag wurde begrüßt und ich begann, zuerst nur aus dem Kopf, Köln von der Römerzeit über das Mittelalter und die Dampfschiffzeit bis zum heutigen Köln in Aquarellskizzen darzustellen.

Aquarellskizze zu den Kölner Heinzelmännchen

Darauf folgten genauere Recherchen in Büchern und bei Wikipedia, sowie im Stadtmuseum und Römisch-Germanischen Museum wo ich viele interessante Objekte zeichnen durfte. Die Säule wurde in zwei Hälften gebaut. Daran skizziere ich die Themen mit Kohle.

Die Vorarbeiten in der Werkstatt

Im Prinzip stelle ich vier Epochen in vier übereinander liegenden Ringen dar. Interessant für mich war es auch mein geschichtliches Wissen über meine Heimatstadt zu erweitern, obwohl ich keinerlei wissenschaftlichen Anspruch der Darstellungen habe. Es handelt sich hier, um es mit Literatur zu vergleichen, eher um eine phantasievolle Erzählung und nicht um eine historisch-wissenschaftliche Abhandlung.
Um bei der teils recht filigranen Darstellung zeitlich mit etwa einer Woche zurecht zu kommen, habe ich die verschiedenen Szenen leicht vorgezeichnet, und vollende sie dann vor Ort farbig. Ich freue mich auf diese schöne Arbeit vor Ort im Quincy.

Clemens Hillebrand